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Bibliographische Angaben zur Publikation

JobPerspektive in Nordrhein-Westfalen: Zwischenbilanz

Arbeit finanzieren statt Arbeitslosigkeit - Beispiele guter Praxis und erste Analysen



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS)


Quelle:

Düsseldorf: Eigenverlag, 2010, 34 Seiten: Broschur


Jahr:

2010



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Link zu der Veröffentlichung (PDF | 3,0 MB)


Abstract:


Es gibt Menschen, die kaum eine Chance haben, in den regulären Arbeitsmarkt integriert zu werden. Verschiedene Vermittlungshemmnisse wie gesundheitliche Einschränkungen, fehlende Berufsausbildung oder Alter erschweren die Arbeitsplatzsuche.

Die Folge heißt für viele: jahrelange Arbeitslosigkeit! Mit dem Kombilohn NRW haben wir schon 2006 den ersten Schritt getan, die Chancen für Langzeitarbeitslose zu verbessern. Wir haben damit die Menschen ins Zentrum der Arbeitsmarktpolitik gestellt, die ohne besondere Hilfe voraussichtlich auf Dauer im Arbeitslosengeld-II-Bezug verbleiben würden. Unser damaliges Konzept war nicht am 'grünen Tisch' ausgedacht, sondern mit den Sozialpartnern, den Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) und Optionskommunen in Nordrhein-Westfalen diskutiert und unter Beteiligung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit entwickelt worden.

Mitte 2007 konnte diese Idee zusammen mit dem Arbeitsmarktexperten der SPD-Bundestagsfraktion Klaus Brandner schließlich präzisiert werden und damit die Vorlage für eine gesetzliche Regelung zu liefern, die zum 1.Oktober 2007 als § 16 a (später § 16 e) im SGB II in Kraft trat.

Ab April 2008 konnte sie auch im privatwirtschaftlichen Sektor angewendet werden. Seit dem Start im Jahr 2007 ist es gelungen, mit dem Beschäftigungszuschuss nach § 16 e SGB II - der JobPerspektive - mehr als 12.500 als schwer vermittelbar geltende Langzeitarbeitslose in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen! Diese Menschen sind oft hoch motiviert, sie wollen arbeiten und erhalten endlich wieder die Möglichkeit dazu! Die vorhandenen Einschränkungen in der Produktivität werden durch Lohnzuschüsse an den Arbeitgeber ausgeglichen.

Vor allem Privatunternehmen haben JobPerspektive-Stellen geschaffen, aber auch im gemeinnützigen und kommunalen Bereich sind Arbeitsplätze entstanden. Die Einsatzmöglichkeiten für die Beschäftigten sind vielfältig. In den meisten Fällen handelt es sich um zusätzliche Helfertätigkeiten, die Fachkräfte entlasten oder ein Mehr an Service ermöglichen.

Der Erfolg der JobPerspektive zeigt, dass es auch in Krisenzeiten möglich ist, Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Vor dem Hintergrund der aktuellen Arbeitsmarktlage dürfen diejenigen, die besondere Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben, nicht vergessen werden!

Zentrales Anliegen muss es bleiben, den ersten Arbeitsmarkt zu stärken und einer Wettbewerbsverzerrung durch die Ausweitung gemeinnütziger Angebote entgegenzusteuern. Es sollen Arbeitsplätze geschaffen werden, bei denen die Leistung des Einzelnen auch von den Arbeitgebern angemessen entlohnt wird.

Es wird in den nächsten Monaten darauf ankommen, die Umsetzung der JobPerspektive weiter zu optimieren. Dabei geht es um dreierlei: zum Ersten um die Höhe des Beschäftigungszuschusses. In der Regel braucht man keine 75-prozentige Lohnkostenbezuschussung für eine Integration in Arbeit. Zum Zweiten geht es um Möglichkeiten der Anpassung des Fördersatzes. Eine mehrfache degressive Anpassung trägt der Tatsache Rechnung, dass sich in den meisten Fällen die Leistungsfähigkeit des Einzelnen über die Jahre positiv entwickeln wird und dessen Produktivität steigt. Und drittens brauchen die Fallmanager vor Ort mehr Flexibilität bei der Festlegung der Förderdauer.

Einige - sicherlich nicht alle - Langzeitarbeitslose mit mehreren Vermittlungshandicaps brauchen eine dauerhafte, das heißt unbefristete Förderung. Eine derartige Neujustierung der JobPerspektive würde die Einzelfallgerechtigkeit der Förderung erhöhen und die Kosten pro Kopf senken - in Zeiten knapper öffentlicher Kassen sicher eine gewünschte Nebenwirkung.

[Aus: Information des Herausgebers]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS)
Homepage: https://www.mags.nrw/broschuerenservice

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV5902


Informationsstand: 06.04.2020

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