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Angaben zur Integrationsvereinbarung

Integrationsvereinbarung für ein mittelständisches Unternehmen für Energie- und Wasserversorgung

Branche:

Energie- und Wasserversorgung


Unternehmensgröße:

Klein und Mittlere Unternehmen KMU 10-249 Mitarbeiter


Art:

Einzelvereinbarung



Zwischen der XXX der Schwerbehindertenvertretung der XXX und dem Betriebsrat der XXX wird folgende Integrationsvereinbarung zur Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen getroffen:

Präambel

Es besteht Einigkeit darüber, dass die Förderung und Eingliederung von schwerbehinderten und dauerhaft gesundheitlich beeinträchtigten Menschen zu den ständigen unternehmerischen Aufgaben gehören.
Behinderung muss immer individuell gesehen werden und bedarf einer dementsprechenden Lösung.
Die folgende Integrationsvereinbarung dient der Festlegung von Zielen und Maßnahmen und strebt ein modernes, zeitnahes Informationssystem für die Schwerbehindertenvertretung an. Darüber hinaus können weitere Zielsetzungen in separaten Vereinbarungen festgelegt bzw. konkretisiert werden.

1. Ziele

Um die Eingliederung von schwerbehinderten und gesundheitlich beeinträchtigten Menschen zu fördern, ist eine generelle Steigerung der Beschäftigungsquote durch Sicherung bestehender Arbeitsplätze und Einstellungen anzustreben. Hierbei soll die Ausbildung jugendlicher schwerbehinderter Menschen und die Einstellung von schwerbehinderten Frauen besondere Berücksichtigung finden. Das setzt auch voraus, dass alle Mitarbeiter ihre ganze Arbeitskraft der Sicherung der Ertragskraft des Unternehmens im Wandel des Wettbewerbs widmen.

2. Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele und erweiterte Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung

2.1 Die Schwerbehindertenvertretung sowie Vertreter des Arbeitgebers / Unternehmens und Vertreter des Betriebsrats haben die Aufgabe, die Ziele und Maßnahmen aus dieser Vereinbarung im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten umzusetzen. Dabei haben sich die oben genannten Beteiligten bei Eintreten von personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Schwierigkeiten, die zur Gefährdung der Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit oder des Arbeitsverhältnisses führen könnten, frühzeitig gegenseitig zu informieren.

2.2 Weitere Aufgabe ist es, den Kreis der dauerhaft gesundheitlich beeinträchtigten Menschen festzustellen.

2.3 Zur Erreichung der Ziele arbeitet der in 2.1 genannte Personenkreis mit den Vorgesetzten, der Arbeitsmedizin und dem Integrationsamt, der örtlichen Fürsorgestelle, dem Integrationsfachdienst und der Arbeitsagentur eng zusammen. Die Art der Zusammenarbeit wird im Sinne einer engen Zusammenarbeit ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand gestaltet.

2.4 Stellt der in 2.1 genannte Personenkreis unter Einbeziehung der Arbeitsmedizin fest, dass eine Weiterbeschäftigung von schwerbehinderten oder dauerhaft gesundheitlich beeinträchtigten Menschen am bisherigen Arbeitsplatz nicht möglich ist, ist zeitnah eine Lösung herbeizuführen.
Dabei sollen die persönliche Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft und soziale Kriterien Berücksichtigung finden. Vorrangig sollte eine gleichwertige Beschäftigung im Unternehmen angeboten werden. Besteht die Möglichkeit nicht, ist die Frage der Weiterbeschäftigung zu prüfen. Dabei sind alle Fördermöglichkeiten (z. B. Integrationsamt, Arbeitsagentur, Berufsgenossenschaft, Krankenkasse) im Vorfeld einer Maßnahme zu berücksichtigen.

2.5 Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können beim Antragsverfahren auf Anerkennung einer Schwerbehinderung durch die Schwerbehindertenvertretung unterstützt werden.

3. Personalplanung - Stellenbesetzung

3.1 Die Schwerbehindertenvertretung ist gemeinsam mit dem Betriebsrat, mindestens einmal jährlich, über die Personalplanung umfassend zu informieren.

3.2 Bei der Besetzung offener Stellen ist davon auszugehen, dass
- bei fachlicher Eignung schwerbehinderte Menschen leistungsfähig und leistungsbereit wie nicht behinderte Menschen sind,
- alle Arbeitsplätze bei schwerbehindertengerechter Umgestaltung auch für schwerbehinderte Menschen geeignet sind.

3.3 Schwerbehinderte Stellenbewerber sind bei der Besetzung von Stellen bei gleicher Qualifikation und Fähigkeit besonders zu fördern. Bei internen und externen Stellenausschreibungen ist darauf hinzuweisen, dass Bewerbungen von schwerbehinderten Menschen erwünscht sind.

3.4 Gemäß § 81 Abs. 4 Satz 2 SGB IX sind schwerbehinderte Menschen bei innerbetrieblichen Maßnahmen der beruflichen Bildung zur Förderung ihres beruflichen Fortkommens bevorzugt zu berücksichtigen.

3.5 Die gesetzlich vorgesehene Meldung von offenen Stellen an die Arbeitsagentur (§ 81 SGB IX) ist der Schwerbehindertenvertretung zu dokumentieren.

3.6 Bei der Auswahl von Auszubildenden gilt Punkt 3.3 entsprechend. Fördermöglichkeiten sind auszuschöpfen.

3.7 Bei der Prüfung der Übernahme von Auszubildenden in ein Arbeitsverhältnis ist Punkt 3.3 Satz 1 entsprechend anzuwenden. Die besonderen Förderungsmöglichkeiten der Arbeitsagentur und des Integrationsamtes sind zu berücksichtigen.

3.8 Haben schwerbehinderte Menschen sich um einen zu besetzenden Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz beworben oder sind sie von der Arbeitsagentur bzw. Integrationsfachdienst vorgeschlagen worden, werden sie bei Eignung zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Die Schwerbehindertenvertretung ist nach Maßgabe des Gesetzes zu beteiligen.

4. Qualifizierung von Beteiligten

4.1 In entsprechenden Führungs- und BR-Seminaren ist das Thema 'Integration von schwerbehinderten Menschen' unter Wahrung betrieblicher Belange und Möglichkeiten als ständiger Baustein zu berücksichtigen.

4.2 Mitarbeitern (insbesondere Ausbilder und Führungskräfte) im Arbeitsumfeld von schwerbehinderten und dauerhaft gesundheitlich beeinträchtigten Menschen wird ermöglicht, besondere Schulungen zur Sensibilisierung und Unterstützung wahrzunehmen.

5. Freistellungen

Die zeitl. Freistellung der Schwerbehindertenvertretung regelt sich nach § 96 Abs. 4 SGB IX, sie gilt auch für die Wahrnehmung der Aufgaben aus dieser Vereinbarung. Hierbei sind die betrieblichen Gegebenheiten zu berücksichtigen.

6. Berichterstattung/Controlling

Der Schwerbehindertenvertreter und der Arbeitgeber haben einmal jährlich über die Aktivitäten im Rahmen dieser Integrationsvereinbarung in geeigneter Weise Bericht zu erstatten.

Punkte dieser jährlichen Berichterstattung können sein:
- Statistik
- Bewerbungsverfahren
- Besetzung von offenen Stellen
- Inanspruchnahme von Fördermitteln
- Schulungen
- Besondere Maßnahmen zur Beschäftigung SB-Frauen bzw. Jugendlichen

7. Begriffsbestimmungen

Schwerbehinderte Menschen im Sinne dieser Vereinbarung sind alle schwerbehinderten und diesen gleichgestellte behinderte Menschen im Sinne von § 68 SGB IX

8. Inkrafttreten/Laufzeit

Diese Integrationsvereinbarung tritt mit Wirkung zum XXX in Kraft. Sie kann mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Jahresende gekündigt werden. Im Falle der Kündigung bleibt diese Integrationsvereinbarung bis zum Abschluss einer neuen in Kraft.

XXX
Unterschriften



Referenznummer:

IV/0126


Schlagworte

  • Einzelvereinbarung /
  • Vereinbarung /
  • Beschäftigungsquote /
  • Maßnahmen /
  • Personalplanung /
  • Stellenbesetzung /
  • Neueinstellung /
  • Qualifizierung /
  • Führungskräfte /
  • Controlling /
  • Schwerbehindertenvertretung /
  • KMU /
  • Integrationsvereinbarung


Informationsstand: 17.03.2017