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Angaben zur Integrationsvereinbarung

Inklusionsvereinbarung für ein mittelständisches Agrarunternehmen zur Inklusion von Menschen mit Schwerbehinderung in allen betrieblichen Prozessen

Branche:

Agrarwirtschaft


Unternehmensgröße:

Klein und Mittlere Unternehmen KMU 10-249 Mitarbeiter


Art:

Einzelvereinbarung



lnklusionsvereinbarung
zwischen der Geschäftsleitung der Firma XXX und der Schwerbehindertenvertretung

1. Geltungsbereich

Diese lnklusionsvereinbarung gilt für:
alle behinderten Menschen im Anerkennungsverfahren gemäß §152 SGB IX
alle Menschen mit einem GdB von mindestens 30% die in einem Arbeitsverhältnis zur Firma stehen.

2. Ziele

Erfüllung der Beschäftigungsquote für behinderte Menschen im Unternehmen von mindestens 5% oder mehr auf Dauer und die Arbeitsplatzerhaltung der beschäftigten Behinderten.

- Abbau von Vorbehalten gegen die Beschäftigung und Inklusion behinderter Menschen
- Gleichberechtigte Fort- und Weiterbildung der schwerbehinderter Menschen und Gleichgestellter
- Förderung von Teilzeitbeschäftigung und Sicherung von Teilzeitarbeitsplätzen
- Einstellung von behinderten Menschen

3. Beauftragung des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber bestellt einen Beauftragten, der ihn in Angelegenheiten schwerbehinderter Menschen verantwortlich vertritt.
Der Beauftragte achtet vor allem darauf, dass dem Arbeitgeber obliegende Verpflichtungen erfüllt werden. Arbeitgeber, Beauftragter des Arbeitgebers und die Schwerbehindertenvertretung arbeiten zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen, am Arbeitsleben, in dem Betrieb eng zusammen.

4. Maßnahmen

4.1 Personalplanung zur Förderung des lnklusionsgedankens
Die Inklusion behinderter Menschen ist Bestandteil der Personalplanung, Personalentwicklung und der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Die gleichberechtigte Teilhabe schwerbehinderter Menschen bei der Gestaltung von Arbeitsprozessen und Rahmenbedingungen ist von Anfang an zu berücksichtigen.
Die Führungskräfte sind mit den gesetzlichen Regelungen und allen Möglichkeiten zur Förderung und Unterstützung der Beschäftigung und Inklusion behinderter Menschen vertraut zu machen.
Hierbei können die zuständigen Integrationsämter, Agenturen für Arbeit und Servicestellen der Rehabilitationsträger Hilfestellung geben.
Der Gedanke über die Inklusion behinderter Menschen ist auch in allen geeigneten Grundlehrgängen einzuarbeiten und entsprechend zu vermitteln. Die Schwerbehindertenvertretung kann als Unterstützung mit eingebunden werden.
Bei Rationalisierungsmaßnahmen hat der Arbeitgeber die Umsetzung behinderter Menschen auf einen geeigneten Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens vorrangig vor einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu veranlassen.
Scheidet ein schwerbehinderter Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus, soll geprüft werden, ob die Planstelle wieder mit einem schwerbehinderten Menschen besetzt werden kann. Die frei werdende Planstelle ist der Schwerbehindertenvertretung umgehend zu melden.

4.2 Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten
Der Arbeitgeber gibt behinderten Menschen im Unternehmen die gleichen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten wie nicht behinderten Menschen. Weiterhin sollen Qualifikationsmaßnahmen zur Erhaltung, Erweiterung und Anpassung der Fähigkeiten und Kenntnisse des behinderten Menschen eine wichtige Rolle im Unternehmen spielen. Hierfür sollen auch besonders die Führungskräfte sensibilisiert werden, um Vorbehalte und Hemmungen gegenüber behinderter Menschen abzubauen und somit die Gleichberechtigung und Akzeptanz dieser Menschen gewährleistet wird.

4.3 Stellenbesetzung
Der Arbeitgeber prüft, ob freie Arbeitsplätze im Unternehmen mit schwerbehinderten Menschen besetzt werden können. Behinderte Menschen, die sich auf eine intern ausgeschriebene Stelle bewerben, sollen bei gleichwertiger fachlicher Qualifikation vorrangig berücksichtigt werden.
Die Personalabteilung hat alle Bewerbungen von behinderten Menschen nach Eingang unverzüglich der Schwerbehindertenvertretung zur Einsicht vorzulegen. Die Schwerbehindertenvertretung kann bei Bedarf und Zustimmung der/des Bewerberin/-s an dem Bewerbungsgespräch teilnehmen.

4.4 Arbeitsplatz
Behinderte Menschen haben gegenüber ihrem Arbeitgeber einen Anspruch auf behindertengerechte Ausstattung ihres Arbeitsplatzes.
Die Firma verpflichtet sich, bei Veränderungen von Arbeitsabläufen die Schwerbehindertenvertretung gemäß den Vorschriften des SGB IX zu beteiligen. Dabei ist die behindertengerechte Gestaltung der Arbeitsplätze zu prüfen und zu dokumentieren. Die Schwerbehindertenvertretung ist rechtzeitig über die entsprechenden Sachverhalte zu informieren, damit sie ihr Recht nach §178 Abs. 4 SGB IX ausüben kann.

5. Besondere Gruppen behinderter Menschen

Das Unternehmen versucht in angemessenem Umfang zu beschäftigen:

1. schwerbehinderte Menschen, die nach Art oder Schwere ihrer Behinderung im Arbeitsleben besonders betroffen sind, insbesondere solche
a) die zu ihrer Ausübung der Beschäftigung wegen ihrer Behinderung nicht nur vorübergehend einer besonderen Hilfskraft bedürfen, oder
b) deren Beschäftigung infolge ihrer Behinderung nicht nur vorübergehend mit außergewöhnlichen Aufwendungen für den Arbeitgeber verbunden ist oder
c) die infolge ihrer Behinderung nicht nur vorübergehend offensichtlich nur eine wesentliche verminderte Arbeitsleistung erbringen können oder
d) bei denen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 allein infolge geistiger oder seelischer Behinderung oder eines Anfallleidens vorliegt oder
e) die wegen Art und Schwere der Behinderung keine abgeschlossene Berufsbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes haben

2. schwerbehinderte Menschen, die das 50.Lebensjahr vollendet haben.

6. Schutz schwerbehinderter Mitarbeiter

Gegenüber schwerbehinderten Mitarbeitern hat der Arbeitgeber Folgendes zu gewährleisten:

1. Beschäftigung, bei der sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse möglichst voll verwerten und weiter entwickeln können.
2. Bevorzugte Berücksichtigung bei innerbetrieblichen Maßnahmen der beruflichen Bildung zur Förderung ihres beruflichen Fortkommens.
3. Erleichterung im Umgang zur Teilnahme an außerbetrieblichen Maßnahmen der beruflichen Bildung.
4. Behindertengerechte Einrichtung und Unterhaltung der Arbeitsstätten einschließlich der Betriebsanlagen, Maschinen und Geräte sowie der Gestaltung der Arbeitsplätze, des Arbeitsumfeldes, der Arbeitsorganisation und der Arbeitszeit unter besonderer Berücksichtigung der Unfallgefahr.
5. Ausstattung ihres Arbeitsplatzes mit den erforderlichen technischen Arbeitshilfen.
Bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes wird möglichst frühzeitig die Hilfe des Integrationsamtes und der Arbeitsagentur herangezogen.

Ein Anspruch nach 1. bis 5. besteht nicht, soweit die Erfüllung für den Arbeitgeber nicht zumutbar oder mit unverhältnismäßigem Aufwand verbunden wäre oder soweit die staatlichen oder berufsgenossenschaftlichen Arbeitsschutzvorschriften entgegenstehen.

7. Teilzeitanspruch

Der Arbeitgeber fördert mit Unterstützung des Integrationsamtes die Einrichtung von Teilzeitarbeitsplätzen, soweit die kürzere Arbeitszeit wegen der Art und Schwere der Behinderung notwendig ist.
Ein Anspruch besteht nicht, soweit die Erfüllung für den Arbeitgeber nicht zumutbar oder mit unverhältnismäßigen Aufwendungen verbunden wäre oder soweit staatlichen oder berufsgenossenschaftlichen Arbeitsschutzvorschriften entgegenstehen.
Der Teilzeitanspruch nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz bleibt davon unberührt.

8. Prävention

Der Arbeitgeber schaltet bei Eintreten von personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Schwierigkeiten im Arbeits- oder sonstigen Beschäftigungsverhältnis von behinderten Menschen, die zur Gefährdung dieses Verhältnisses führen können, mit deren Zustimmung möglichst frühzeitig die Schwerbehindertenvertretung sowie das Integrationsamt ein, um mit ihnen alle Möglichkeiten und alle zur Verfügung stehenden Hilfen zur Beratung und mögliche finanzielle Leistungen zu erörtern, mit denen die Schwierigkeiten beseitigt werden können und das Arbeits- oder sonstige Beschäftigungsverhältnis möglichst dauerhaft fortgesetzt werden kann.

9. Mindestens einmal im Jahr findet ein Gespräch, der an der Umsetzung der lnklusionsvereinbarung Beteiligten statt, für die jeweils rechtzeitig vorher vom Arbeitgeber eine Bestandsaufnahme der Maßnahmen zur Beschäftigung und Inklusion behinderter Menschen zur Verfügung gestellt wird.

10. Laufzeit/ Kündigungsfrist

Diese Vereinbarung gilt nur so lange, wie die derzeit gültige Fassung des SGB IX unverändert ist. Soweit eine Änderung eintritt, wird die vorliegende Vereinbarung angepasst. Sie endet ohne Nachwirkung.
Darüber hinaus kann diese Vereinbarung von beiden Seiten mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten ohne Nachwirkung gekündigt werden.

XXX
Datum

XXX
Unterschriften



Referenznummer:

IV/0094


Schlagworte

  • Einzelvereinbarung /
  • Vereinbarung /
  • Arbeitgeberbeauftragter /
  • Schwerbehindertenvertretung /
  • Personalplanung /
  • Stellenbesetzung /
  • Neueinstellung /
  • Arbeitsorganisation /
  • Arbeitszeit /
  • Arbeitsschutz /
  • Arbeitsplatzgestaltung /
  • Arbeitsumgebung /
  • Arbeitsumgebungsgestaltung /
  • Prävention /
  • Teilzeitarbeit /
  • Fortbildung /
  • Maßnahmen /
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  • Inklusion /
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  • Führungskräfte /
  • Arbeitsplatzwechsel /
  • Beschäftigungsquote /
  • Kündigung


Informationsstand: 04.01.2019