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Angaben zum Praxisbeispiel

Inklusion von Menschen mit Behinderungen bei der Cölner Hofbräu P. Josef Früh KG

Arbeitgeber:

Das inhabergeführte Unternehmen Cölner Hofbräu P. Josef Früh KG beschäftigt über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus etwa 30 Nationen, die gleichzeitig auch die Zusammensetzung des Kundenkreises widerspiegeln und die Wichtigkeit von Diversity für das Unternehmen verdeutlichen. Neben dem Kerngeschäft der Brauerei, hat sich das Unternehmen ebenso auf den Geschäftsfeldern Gastronomie, Hotellerie und Getränkelogistik etabliert. Zum besonderes Engagement und zur Unternehmensphilosophie gehört auch das Thema Inklusion bzw. die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung - für welches das Unternehmen von der IHK-Stiftung für Ausbildungsreife und Fachkräftesicherung zum 'Chancengeber des Jahres 2014' ausgezeichnet wurde.

Beschäftigte:

Das Unternehmen beschäftigt u. a. Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter mit Behinderung und bildet bzw. bildete Jugendliche mit Behinderung in der Verwaltung, Gastronomie, Hotelgewerbe und Produktion aus. Dabei handelt es sich um Beschäftigte und Auszubildende, die eine Lernbehinderung, Autismus bzw. Asperger-Syndrom, Hörbehinderung oder Mobilitätseinschränkungen haben.
Über die folgenden Links gelangen Sie zu den detaillierten Beispielen des Unternehmens aus dem Bereich:
1. Verwaltung
Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement für einen Jugendlichen im Rollstuhl
Bürokaufmann im Personalwesen mit Asperger-Syndrom
Bürokraft mit Morbus Crohn zur Archivierung im Rechnungswesen
Mitarbeiter mit einer Spastik am Empfang der Verwaltung
2. Gastronomie
Fachpraktikerinnen und Fachpraktiker in der Küche
3. Hotel
Mitarbeiterinnen im Housekeeping mit Gehörlosigkeit

Weg zur Inklusion:

Angefangen hat es ursprünglich mit dem Mangel an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt und Anfragen von Bildungsträgern bzw. Anbietern von Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA-Anbietern) für Praktikumsstellen. Ziel war es dabei vorrangig herauszufinden, ob Interesse seitens der vermittelten Praktikantinnen und Praktikanten für die jeweilige Ausbildung besteht und die Voraussetzungen für die Anforderungen im alltäglichen Betrieb gegeben sind. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit Behinderung sehr viele Tätigkeiten im Unternehmen übernehmen können und somit als Arbeitskräfte für das Unternehmen zur Deckung des vorhandenen Bedarfs an Fachkräften in Frage kommen. Dabei muss beachtet werden, dass aufgrund der Behinderung beispielsweise nicht immer eine übliche Ausbildung absolviert werden kann. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit die betreffenden Jugendlichen zu Fachpraktikerinnen bzw. Fachpraktikern in einem Berufsfeld, z. B. Hotel- und Gaststättengewerbe, auszubilden. Um Menschen mit Behinderung zu Fachpraktikerinnen bzw. Fachpraktikern in einem Berufsfeld ausbilden zu können, bedarf es hierzu einer Rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation für Ausbilderinnen und Ausbilder (ReZa). Diese ist jedoch sehr umfangreich und stellt Unternehmen vor einen erheblichen Mehraufwand. Der Arbeitgeber fand deshalb eine praktikable Lösung in der engen Zusammenarbeit und Kooperation mit den Bildungsträgern, die über die zusätzliche Qualifikation bzw. ReZa verfügen. Neben den Auszubildenden sind auch Fach- und Hilfskräfte mit Behinderung im Unternehmen tätig, wobei die Einstellung in der Regel zunächst über ein Praktikum erfolgte.
Zu Beginn gab es vereinzelte Bedenken seitens einiger Kolleginnen und Kollegen bezüglich der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, dank vieler hochmotivierter und positiv eingestellter Azubis sowie Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer und des Engagements des Personalleiters konnten diese jedoch schnell ausgeräumt werden. Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trugen sogar maßgeblich zu einer engeren Teambildung bei. Mittlerweile sind Menschen mit Behinderung als Auszubildende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fester Bestandteil im Unternehmen, was sich auch in deren Community herumgesprochen hat. Zu den durch Bildungsträger vermittelten Praktikumsplätzen kommen deshalb auch immer mehr initiative Bewerbungen hinzu, so dass das Unternehmen auch zukünftig weiter plant Menschen mit Behinderung einzustellen.
Weitere Informationen zur Rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation (ReZa) finden Sie hier.

Kommentar des Personalleiters zur Inklusion:

Etwas schwierig gestaltete sich der Einstieg, um Menschen mit Behinderung im Unternehmen zu beschäftigen. Anfänglich fehlten oftmals die richtigen Ansprechpersonen bei den Behörden bzw. unterstützenden Einrichtungen und das damit verbundene Wissen. Erst durch Eigenengagement und Aufbau eines Netzwerkes war es wesentlich einfacher Arbeitsplatzgestaltungen und Neueinstellungen schneller und effektiver umzusetzen. Wünschenswert wäre deshalb eine zentrale Stelle für alle Angelegenheiten zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Auch auf dem Weg zur Beschäftigung gab es einige Schwierigkeiten, die wir durch das Verständnis füreinander und gemeinsam kreativ lösen konnten - oft sind wir dabei ganz neue Wege gegangen und haben beispielsweise sogar Rollenspiele eingesetzt.
Man soll Mut haben den Weg zu gehen und kann sich dabei von der Persönlichkeit des Menschen überzeugen. Man merkt sehr schnell, dass Menschen mit Behinderung ebenso wie jeder andere, oftmals sogar motivierter sind und ihre Chancen häufiger nutzen. Das Handicap wird dabei schnell ausgeblendet, es handelt sich am Schluss nur noch um den Mitarbeiter, um den Kollegen.

Förderung und Mitwirkung:

Förderung steht für das Unternehmen nicht im Vordergrund, wenn es um die Inklusion von Menschen mit Behinderung geht. So werden Entscheidungen diesbezüglich vom Inhaber entsprechend unabhängig von evtl. Fördermitteln getroffen - im Sinne des Unternehmens und der Beschäftigten.
Bei der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung entstehen für das Unternehmen außergewöhnliche Belastungen durch einen erhöhten Betreuungsaufwand und die behinderungsgerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsumgebung - besonders unter dem Aspekt der Sicherheit und barrierefreien Gestaltung. Fördermittel und Beratung durch die Rehaträger (z. B. Arbeitsagentur und Rentenversicherung) und das Integrationsamt konnten vom Unternehmen bedarfsorientiert genutzt werden, um die Inklusion von Menschen mit Behinderung in das Unternehmen erfolgreich zu unterstützen.
Wichtig auf dem Weg zur Inklusion war für das Unternehmen der Aufbau eines Netzwerkes, zu dem u. a. ein Mitarbeiter des Integrationsamtes und ein Fach-/Inklusionsberater der Kammer für die Belange von Menschen mit Behinderung gehören.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Inklusionsberaterinnen und Inklusionsberater der Kammern.



Schlagworte und weitere Informationen

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Referenznummer:

Pb/110996



Informationsstand: 29.08.2018