Inhalt

in Praxisbeispielen blättern

  • Beispiel

Angaben zum Praxisbeispiel

Berufliche Eingliederung einer Frau mit Down-Syndrom bei einer Werbeagentur auf einem Nischenarbeitsplatz

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Werbeagentur mit 120 Mitarbeitern.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat das Down-Syndrom und ist geistig behindert. Behinderungsbedingt hat sie Schwierigkeiten beim Lernen und Merken. Sie benötigt daher mehr Zeit, um Zusammenhänge zu verstehen und zu erkennen. Es ist wichtig für sie, klare, eindeutige und nicht zu komplexe Arbeitsanweisungen zu erhalten.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau hat keine Ausbildung absolviert und arbeitet als Hilfskraft bei einer Werbeagentur auf einem Nischenarbeitsplatz. Sie ist für die Verteilung und Abholung der Ein- und Ausgangspost zuständig. Zu ihren weiteren Aufgaben zählen das Verteilen der Kurierpost, die Ablage und die Mithilfe bei Versandarbeiten.

Nischenarbeitsplatz:

Übliche Arbeitsplätze entstehen durch Anforderungen eines Betriebes, umfassen einen bestimmten Leistungs- und Stundenumfang und werden von einem dafür geeigneten Arbeitnehmer besetzt. Nischenarbeitsplätze sind neue, meist zusätzlich eingerichtete Arbeitsplätze, die auch einen bestimmten Leistungs- und Stundenumfang besitzen und mit einem dafür geeigneten Arbeitnehmer besetzt werden. Nischenarbeitsplätze werden immer an den Fähigkeiten und Fertigkeiten des behinderten Menschen ausgerichtet, der dort arbeiten möchte. Die Leistungsanforderungen werden dem Leistungsvermögen des behinderten Menschen angepasst und der Stundenumfang wird auf die von dieser Person für diese Arbeit benötigte Zeit festgelegt. Meist benötigt der behinderte Mensch für die anfallenden Arbeiten mehr Zeit als ein qualifizierter nichtbehinderter Mitarbeiter. Der wesentliche Unterschied liegt also darin, dass der Ausgangspunkt eines Nischenarbeitsplatzes der behinderte Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten und Neigungen ist, für den geeignete betrieblich notwendige Arbeiten gesucht werden. Der Mensch bestimmt die Arbeit und nicht die Anforderungen der Arbeit dominieren den Menschen.
Die Bezahlung der behinderten Menschen auf Nischenarbeitsplätzen richtet sich nach dem individuellen Leistungsvermögen und der dafür üblichen betrieblichen Vergütung.

Integrationsverlauf:

Bevor die Frau in der Werbeagentur als Bürohelferin arbeitete, wurden ihre Arbeitsaufgaben von verschiedenen und gut ausgebildeten Mitarbeitern als Nebentätigkeiten erledigt. Das kostete dem Unternehmen Zeit und Geld. Das Unternehmen hatte bereits Kontakt zu einem Integrationsfachdienst und gemeinsam analysierte man die Situation im Unternehmen. Nach dem Ergebnis der Analyse konnte ein Nischenarbeitsplatz eingerichtet werden. In der ersten Zeit wurde die Bürohelferin vom Integrationsfachdienst durch ein Betriebliches Arbeitstraining im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung (UB) qualifiziert, eingearbeitet und betreut. Mittlerweile arbeitet Sie selbstständig und es reicht ein wöchentlicher Besuch des Integrationsfachdienstes zur Berufsbegleitung am Arbeitsplatz.

Förderung und Mitwirkung:

Zur beruflichen Eingliederung zahlte die Arbeitsagentur die Dienstleistung des Integrationsfachdienstes und dem Arbeitgeber einen Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe. Außerdem zahlte das Integrationsamt dem Arbeitgeber einen Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich) sowie eine Betreuungsaufwandsentschädigung zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Arbeitsagenturen, Integrationsämter und Integrationsfachdienste.



Schlagworte und weitere Informationen

  • Arbeitgeber /
  • Arbeitnehmer /
  • Arbeitsagentur /
  • Arbeitsaufgabe /
  • Arbeitsleistung /
  • Arbeitsorganisation /
  • Arbeitstempo /
  • Arbeitstraining /
  • Auffassung /
  • berufliche Rehabilitation /
  • Beschäftigungssicherungszuschuss /
  • Betreuung /
  • Betreuungsaufwand /
  • Betreuungsaufwandsentschädigung /
  • Betriebliches Arbeitstraining /
  • Büro /
  • Büroarbeit /
  • Coaching /
  • Down-Syndrom /
  • Einarbeitung /
  • Eingliederungszuschuss /
  • Erwerbstätigkeit /
  • geistige Arbeit /
  • geistige Behinderung /
  • Hilfskraft /
  • Integrationsamt /
  • Integrationsfachdienst /
  • Job Carving /
  • KMU /
  • Lernen /
  • Lesen /
  • Lohnkostenzuschuss /
  • Merken /
  • Minderleistung /
  • Nischenarbeitsplatz /
  • Organisation /
  • Qualifizierung /
  • Schreiben /
  • Selbständigkeit /
  • Talentplus /
  • Teilhabe /
  • Teilhabe am Arbeitsleben /
  • Unterstützte Beschäftigung /
  • Vollzeitarbeit /
  • Werbung

  • IMBA - Arbeitsplanung /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Auffassung /
  • IMBA - Lernen/Merken /
  • IMBA - Lesen /
  • IMBA - Problemlösen /
  • IMBA - Schreiben /
  • IMBA - Selbständigkeit /
  • IMBA - Umstellung /
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen) /
  • MELBA - Arbeitsplanung /
  • MELBA - Auffassung /
  • MELBA - Lernen/Merken /
  • MELBA - Lesen /
  • MELBA - Problemlösen /
  • MELBA - Schreiben /
  • MELBA - Selbständigkeit /
  • MELBA - Umstellung /
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)


Referenznummer:

R/PB5394



Informationsstand: 21.07.2015