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Angaben zum Praxisbeispiel

Berufliche Integration eines geistig behinderten Zimmermädchens

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber betreibt ein Hotel.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau ist geistig behindert. Ihre Fähigkeiten zu lesen, zu schreiben, zu rechnen und sich komplexe Sachverhalte sowie Abläufe zu merken sind eingeschränkt.

Übergang Schule - Werkstatt für behinderte Menschen - Beruf:

Die Frau besuchte eine Förderschule für lernbehinderte und geistig behinderte Menschen. Wegen ihrer eingeschränkten Fähigkeiten und der Annahme, sie könne alleine keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, konnte sie nach der Schulausbildung keinen beruflichen Förderlehrgang besuchen. Sie wurde deshalb zunächst vom Reha-Team der Arbeitsagentur in eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) vermittelt. Doch die Frau und ihre Familie wollten sich nicht mit einem Arbeitsplatz in einer WfbM abfinden. Auch ihre Lehrerin, die sie seit Jahren kennt und bei verschiedenen Schulpraktika betreute, traute ihr zu einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausfüllen zu können. Die Lehrerin stellte deshalb für die geistig behinderte Frau den Kontakt zu einer Integrationsberaterin eines Integrationsfachdienstes her. Diese machte sich durch Gespräche mit der Frau, ihrer Familie, ihrer Lehrerin und durch Betriebsbesuche bei zwei verschiedenen Praktikastellen der Frau ein Bild von deren Fähigkeiten. Danach begann die Integrationsberaterin mit der Suche nach einem geeigneten Betrieb, wobei sie sich vor allem auf die Stellenangebote der Tagespresse konzentrierte. Nach verschiedenen Anläufen konnte sie ein Hotel für ein dreiwöchiges Praktikum zum gegenseitigen Kennenlernen gewinnen. Während der ersten Woche des Praktikums wurde die geistig behinderte Frau noch intensiv von der Integrationsberaterin betreut. Die Frau konnte ihre Fähigkeiten während des Praktikums so weit steigern, dass die Personalverantwortlichen des Hotels sie nach dem Praktikum als Zimmermädchen einstellten. Seit dem arbeitet Sie sechs Stunden täglich. Sie arbeitet genau wie ihre Kolleginnen und Kollegen auch am Wochenende.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Als Zimmermädchen ist die Mitarbeiterin für die Reinigung der Hotelzimmer zuständig. Die Arbeitsaufträge für den jeweiligen Tag werden für sie verständlich aufgeschrieben. Zunächst muss sie ihren Reinigungs-Wagen vorbereiten, d.h. Eimer, Putzmittel usw. aufladen. Dann räumt sie die Zimmer auf, putzt, macht die Betten, leert die Mülleimer aus und reinigt die Badezimmer. Außerdem muss sie auch selbständig auf ihre Arbeitskleidung achten. Die Arbeitsaufgaben erledigt sie überwiegend allein. Manchmal kommt es jedoch vor, dass sie mit einer Kollegin zusammen arbeitet. Das bereitet ihr keine Probleme, da sie ein gutes Verhältnis zu ihren Kolleginnen hat. Das Zimmermädchen erhält weiterhin Unterstützung von ihrer Integrationsberaterin, was sie selber auch für wichtig hält.

Arbeitsumgebung:

Während des Praktikums absolvierte die Frau mit einem Mobilitätstrainer ein dreitägiges Fahrtraining, um die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zum Erreichen des Arbeitsplatzes zu erlernen. Seit dem fährt sie selbständig mit der S-Bahn zur Arbeit und wieder zurück.

Förderung:

Der Arbeitgeber erhielt von der Arbeitsagentur einen Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und der Integrationsfachdienste.



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Referenznummer:

R/PB5153



Informationsstand: 05.04.2012