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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für zwei Mitarbeiterinnen mit einer geistigen Behinderung in einer Wäscherei

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein gemeinnütziges Unternehmen. Ziel des Unternehmens ist die Schaffung von Arbeitsplätzen für schwer vermittelbare Personengruppen. Besonders für behinderte Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt mit zunehmend steigenden Anforderungen keine Beschäftigung finden.
Zum Unternehmen gehören:
- eine Wäscherei, die für Altenheime und pflegebedürftige Personen wäscht,
- ein Verleih für technische Hilfen zur Pflege,
- ein handwerklicher Dienst und
- ein Hausnotruf (Personennotrufsystem)
Das Unternehmen beschäftigt 22 behinderte Mitarbeiter. Von den 22 Mitarbeitern arbeiten 10 in der Wäscherei.

Behinderung und Funktionseinschränkung der ersten Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine geistige Behinderung. Ihr Auffassungsvermögen und ihre Fähigkeit komplexe Sachverhalte zu begreifen sowie diese zu erlernen sind eingeschränkt. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 70.

Beruf:

Die Frau besuchte eine Förderschule mit Schwerpunkt Lernen und arbeitet in der Wäscherei des Arbeitgebers.

Behinderung und Funktionseinschränkung der zweiten Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Hirnschädigung. Die Hirnschädigung bedingt, dass sie für geistige Tätigkeiten, die in Verbindung mit Begreifen, Merken und Behalten stehen, nur sehr eingeschränkt eingesetzt werden kann. Das Ausmaß der Hirnschädigung ist so groß, dass die Frau auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ohne Betreuung nicht eingesetzt werden kann.

Beruf:

Die Frau verließ die Förderschule ohne Schulabschluss und arbeitet in der Wäscherei des Arbeitgebers.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Die beiden Frauen arbeiten in der Wäscherei überwiegend an der Wäschemangel. Die Wäsche wird dort abschließend gemangelt, bevor sie zu den Kunden transportiert wird. Die Wäsche muss, nach dem Mangeln, wieder nach Bearbeitungs-Kundenaufträgen sortiert werden. Gleiches gilt für das Sortieren der Wäsche nach dem Trocknen im Wäschetrockner. Das sorgfältige Sortieren der Wäsche nach Kundenauftrag bereitet den beiden Mitarbeiterinnen Probleme, da sie sich die dazu nötigen Informationen nicht merken können. So kommt es häufig, wegen der großen Wäschemengen und der engen Platzverhältnisse, zu Verwechslungen, die von den Kunden reklamiert werden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Es muss, um für die beiden Mitarbeiterinnen eine Verwechselung beim Wäschesortieren zu vermeiden, ein System zur Wäschekennzeichnung eingeführt werden. Bei solch einem System erhält jedes Wäschestück zur Kennzeichnung einen Info-Streifen mit einem Barcode. Nach dem Waschen, Trocknen oder Mangeln kann die Wäsche dann mit Hilfe eines Barcodelesers, in Verbindung mit einem EDV-System, eindeutig identifiziert werden. Die Einführung eines solchen Ordnungssystems bietet zusätzlich den Vorteil, dass die Wäsche ausschließlich nach Verschmutzungsart und Wäschetyp (Bunt- oder Kochwäsche) sortiert werden kann. Somit ist eine bessere Ausnutzung der Waschkapazitäten und eine Steigerung der Qualität möglich.

Förderung und Mitwirkung:

Die Kosten für das Kennzeichnungssystem wurden zu 50 % vom Integrationsamt übernommen. Die Beratung erfolgte dabei durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Auffassung /
  • IMBA - Lernen/Merken /
  • IMBA - Problemlösen /
  • IMBA - Sorgfalt /
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  • MELBA - Lernen/Merken /
  • MELBA - Problemlösen /
  • MELBA - Sorgfalt /
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)


Referenznummer:

R/PB5126



Informationsstand: 26.06.2013