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Angaben zum Praxisbeispiel

Minderleistungsausgleich für einen Gärtnerhelfer mit einer geistigen Behinderung und einer Wirbelsäulenerkrankung

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Gärtnerei, die sich auf die Gewächshausaufzucht von Blumen spezialisiert hat. Der Arbeitgeber beabsichtigt einen schwerbehinderten Mitarbeiter zu kündigen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

- geistige Behinderung
- Wirbelsäulenerkrankung
- Herz-Kreislauferkrankung
Der Mann ist körperlich nicht stark belastbar und kann nur sehr eingeschränkt Lasten heben sowie tragen. Außerdem hat er Konzentrationsschwierigkeiten und kann sich Dinge nur schwer merken sowie erlernen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann arbeitet seit vielen Jahren als Gärtnerhelfer bei der Gärtnerei. Es handelt sich um das erste Beschäftigungsverhältnis des Mannes nach dem Besuch einer Förderschule.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mitarbeiter wird in der Gärtnerei für folgende Helfertätigkeiten eingesetzt:
- Gewächshäuser ausfegen und in Ordnung halten
- Pflanzenerde auf die Aufzuchttische füllen
- Pflanzen bewässern
- Entnahme der befüllten Töpfe aus der Topfmaschine
- Pflanzen pikieren (Pflanzen vereinzeln, weil sie sonst zu dicht stehen) usw.

Nach Aussage des Arbeitgebers ist der Gärtnerhelfer motiviert und fleißig, aber bedingt durch seine Behinderungen langsam und es Bedarf der Überwachung und Anleitung der auszuführenden Arbeiten.
So kann er die Pflanzen nicht in geraden Reihen setzen oder feststellen, ob und wie viel Wasser die Pflanzen benötigen. Beim Topfen muss die Topfmaschine zwischendurch angehalten werden, weil der Mitarbeiter es nicht schafft, die befüllten Töpfe schnell genug zu entnehmen. Hierdurch entstehen Wartezeiten für den zweiten beteiligten Kollegen. Auch alle anderen Arbeiten führt der Mitarbeiter zwar ordentlich und gewissenhaft, aber deutlich langsamer aus, so erreicht er nur eine durchschnittliche Arbeitsleistung von 50%.
Für die Überwachung und Arbeitsanweisungen (der Gärtnerhelfer ist nicht in der Lage, mehrere Aufträge hintereinander abzuwickeln) wendet der Betriebsinhaber ca. zwei Stunden seiner täglichen Arbeitszeit auf, um den Mitarbeiter sinnvoll zu beschäftigen. Durch den Einsatz technischer Arbeitshilfen kann diese Situation und die Arbeitsleistung des Mitarbeiters nicht verbessert werden.

Förderung:

Dem Arbeitgeber wird vom Integrationsamt, als Ausgleich der außergewöhnlichen Belastungen, monatlich eine Betreuungsaufwandsentschädigung und ein Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich) gewährt. Die finanzielle Kompensation der außergewöhnlichen Belastungen dient der Sicherung des Arbeitsplatzes, da der Mann im Kündigungsfall auf dem freien Arbeitsmarkt schwer vermittelbar und somit dauerhaft arbeitslos wäre.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter.



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  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
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Referenznummer:

R/PB4200



Informationsstand: 01.12.2008