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Angaben zum Praxisbeispiel

Neuschaffung eines Arbeitsplatzes für einen Produktionshelfer mit einer geistigen Behinderung

Arbeitgeber:

Das Unternehmen produziert Schraubwerkzeuge, wie Handschraubendreher, Steckschlüssel und Schraubeinsätze aller Art für Kraftschrauber in vollautomatischen Schraubstationen. Das Unternehmen stellte einen Jugendlichen mit einer Schwerbehinderung neu ein.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Jugendlichen:

Der Jugendliche hat eine geistige Behinderung. Sein Auffassungs- sowie Lernvermögen und die Fähigkeit Sachverhalte zu analysieren sowie daraus entsprechend gezielte Vorgehensweisen abzuleiten sind eingeschränkt. Abläufe sollten deshalb nicht häufig wechseln und einfach strukturiert sein, um ein selbständiges Arbeiten zu ermöglichen.

Übergang Schule - Beruf:

Der Jugendliche besuchte eine Förderschule mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung. Nach der Förderschule wurde er zunächst von der Arbeitsagentur bzw. einem Mitarbeiter des Reha-Teams in eine Maßnahme zur Berufsfindung an ein Jugenddorf bzw. Berufsbildungswerk (BBW) vermittelt. Dort wurde festgestellt, dass er nicht für eine Berufsausbildung geeignet ist - aber z. B. durchaus im Bereich Metall als Hilfskraft für einfache Tätigkeiten in der Produktion eingesetzt werden kann. Auf dieser Basis wurde vom Reha-Team ein Integrationsfachdienst eingeschaltet, der den Jugendlichen zunächst für ein Praktikum an den jetzigen Arbeitgeber vermitteln konnte. Während des Praktikums wurde der Jugendliche weiter vom Integrationsfachdienst betreut. Nach dem Praktikum übernahm der Arbeitgeber den Jugendlichen in ein festes Arbeitsverhältnis, wobei er an einen neu geschaffen Arbeitsplatz als Produktionshelfer im Schichtbetrieb eingesetzt werden sollte.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern von Integrationsfachdiensten und Berufsbildungswerken.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mitarbeiter wird nach einer schrittweisen Einarbeitung im Produktionsbereich an einer neu angeschafften Rundtakt-Bohrmaschine eingesetzt. Bearbeitet werden auf der neuen Maschine auf Länge zugesägte Rohlinge für das Kraft-Steckschlüsselprogramm des Unternehmens. Die Aufgabe des Mitarbeiters besteht darin, die maximal 3 kg wiegenden Zuschnitte aus Stangenmaterial aus einem Behälter zu entnehmen und in die Aufnahmestation des Rundtellers einzulegen. In zwei Stufen werden die Rohlinge dann zur Vorbereitung für den nachfolgenden Schmiedevorgang automatisch aufgebohrt, bevor sie wieder von dem Bediener entnommen und in einen Behälter gelegt werden. Die Beschickungs- und Entnahmearbeiten können wahlweise in steh-sitzender oder stehender Körperhaltung ausgeführt werden. Das Einrichten der Bohranlage übernimmt dabei ein Einrichter oder Meister.
Der neue Arbeitsplatz ist für den Mitarbeiter gut geeignet, da er eine wechselnde Körperhaltung ermöglicht, nur leichte Gewichte zu heben sowie zu tragen sind und die Tätigkeit einfach auszuführen ist. Die halbautomatisch arbeitende Rundtakt-Bohrmaschine rationalisiert den Bohrvorgang der Rohlinge erheblich, andererseits verzichtet der Arbeitgeber aber im Interesse des Mitarbeiters auf die technisch recht einfach zu verwirklichende Vollautomatisierung dieses Arbeitsplatzes.

Förderung:

Der Arbeitgeber erhielt für den neu geschaffenen Arbeitsplatz bzw. die Neuanschaffung der Rundtakt-Bohrmaschine eine Teil-Förderung in Höhe von 40% vom Integrationsamt, da an dieser auch nichtbehinderte Kollegen im Schichtbetrieb eingesetzt werden. Der Arbeitgeber erhielt außerdem von der Arbeitsagentur einen Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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Referenznummer:

R/PB4194



Informationsstand: 15.03.2013