Inhalt

in Praxisbeispielen blättern

  • Beispiel

Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen Bäckerwerker mit einer geistigen Behinderung

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Bäckerei, die Backwaren und Konditoreierzeugnisse herstellt und verkauft.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Jugendlichen:

Der schwerbehinderte Jugendliche ist geistig behindert. Sein Auffassungsvermögen und die Fähigkeit Sachverhalte zu analysieren sowie daraus entsprechend gezielte Vorgehensweisen abzuleiten sind eingeschränkt. Speziell unter Zeitdruck neigt er außerdem dazu bestimmte ihm bekannte Abläufe zu vergessen. Abläufe sollten deshalb nicht häufig wechseln und einfach strukturiert sein, um ein selbständiges Arbeiten zu ermöglichen.

Ausbildung und Beruf:

Der Jugendliche besuchte eine Förderschule und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Bäckerwerker in einem Berufsbildungswerk (BBW). Seit einigen Jahren ist er in einer Bäckerei als Bäckerwerker beschäftigt.
In REHADAT finden Sie auch Ausbildungseinrichtungen für geistig behinderte Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Jugendliche arbeitet in der Backstube der Bäckerei. In der Backstube stellt er, unter Anleitung eines Kollegen, die zur Produktion von Brotteig benötigten Zutaten bereit. Außerdem befüllt er die Teig-Knetmaschine und trägt den fertigen Teig zur Waage. Dort portioniert der Meister bzw. sein Arbeitgeber den Teig. Anschließend übergibt er die Teigportionen an einen Kollegen, der daraus Brotlaibe rollt bzw. formt und sie dann auf dem Rollbrett ablegt.
Die Minderleistung des Jugendlichen ist in erster Linie auf eine erheblich langsamere Arbeitsausführung zurückzuführen, da er Probleme hat den Arbeitsablauf bzw. mehrere Tätigkeiten hintereinander gedanklich und auch praktisch auszuführen. Er gerät darüber dermaßen unter Druck, dass er sogar Aufgaben vergisst oder falsch ausführt. Dies führ dazu, dass die Kollegen ihn oft unterstützen müssen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Um dem Jugendlichen ein selbstständigeres Arbeiten zu ermöglichen, hat der Arbeitgeber vor Arbeitsschritte zu automatisieren und eine vollautomatische Universal-Rund- und Langwirkmaschine anzuschaffen. Die Maschinen sollen so in der Backstube aufgestellt werden, dass sie direkt von der Teig-Knetmaschine aus befüllt und bedient werden können. Durch die Anordnung der Maschinen soll der Bäckerwerker nach einer gewissen Einarbeitungszeit in die Lage versetzt werden, diesen Bereich der Brotherstellung fast selbständig abzudecken. Vorab werden in Zusammenarbeit mit dem Vorarbeiter oder dem Arbeitgeber die Teigzutaten zusammengestellt und die Maschinen entsprechend programmiert. Der Betreuungsaufwand müsste sich mit Anschaffung der Maschine auf das Einstellen der Maschine, überprüfen und kontrollieren reduzieren.

Förderung:

Das Integrationsamt gewährte einen Zuschuss in Höhe von 70% der entstandenen Kosten zur Anschaffung der Maschinen und damit zum Ausgleich der Minderleistung des Jugendlichen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter.



Link:

Bundesagentur für Arbeit mit Informationen zum Beruf Bäckerwerker



Schlagworte und weitere Informationen

  • Arbeitgeber /
  • Arbeitsaufgabe /
  • Arbeitsleistung /
  • Arbeitsmittel /
  • Arbeitsorganisation /
  • Arbeitsplatzgestaltung /
  • Arbeitstempo /
  • Auffassung /
  • Automat /
  • Automatisierung /
  • Bäcker /
  • Bäckerei /
  • Bäckerwerker /
  • berufliche Rehabilitation /
  • Berufsbildungswerk /
  • Einarbeitung /
  • Erwerbstätigkeit /
  • geistige Arbeit /
  • geistige Behinderung /
  • Handwerk /
  • Hilfsmittel /
  • Integrationsamt /
  • Konzentration /
  • Lernen /
  • Maschine /
  • Maschinenarbeit /
  • Maschinenbediener /
  • Maschinenbedienung /
  • Merken /
  • Minderleistung /
  • Organisation /
  • Selbständigkeit /
  • Sonderberuf /
  • Sonderberufsausbildung /
  • Stress /
  • technische Beratung /
  • Teilhabe /
  • Teilhabe am Arbeitsleben /
  • Vollzeitarbeit /
  • Zeitdruck

  • IMBA - Arbeitsplanung /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Auffassung /
  • IMBA - Aufmerksamkeit /
  • IMBA - Konzentration /
  • IMBA - Lernen/Merken /
  • IMBA - Problemlösen /
  • IMBA - Selbständigkeit /
  • IMBA - Umstellung /
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen) /
  • MELBA - Arbeitsplanung /
  • MELBA - Auffassung /
  • MELBA - Aufmerksamkeit /
  • MELBA - Konzentration /
  • MELBA - Lernen/Merken /
  • MELBA - Problemlösen /
  • MELBA - Selbständigkeit /
  • MELBA - Umstellung /
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)


Referenznummer:

R/PB4019



Informationsstand: 02.07.2010