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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsgestaltung für einen Produktionshelfer mit einer geistigen Behinderung

Arbeitgeber:

Das Unternehmen stellt mit seinen 20 Mitarbeitern Klingen und Häckslermesser für Erntemaschinen und Gartenschredder her. Der Arbeitgeber beabsichtigt einen Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung zu kündigen und beantragte beim Integrationsamt die entsprechende Zustimmung.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist geistig behindert. Er sollte nicht für komplexe Tätigkeiten mit komplizierten Arbeitsaufgaben eingesetzt werden, die erhöhte kognitive Fähigkeiten (Auffassungsvermögen, Lernen usw.) erfordern.

Beruf:

Der Mann arbeitet als Produktionshelfer bei seinem Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Die vorgeschnittenen 100 g schweren Rohteile werden durch Schleifen und Schmieden so in der Form verändert, dass sie zu Klingen werden. Durch eine anschließende Wärmebehandlung erhalten die Klingen dann ihre Verschleißfestigkeit. Nach Fertigstellung der einzelnen Klingen werden diese an entsprechende Messerbalken angenietet, um dann als gebrauchsfähige Schneidewerkzeuge den Betrieb zu verlassen.
Der Mitarbeiter wird am Ende der Klingenproduktion eingesetzt. Nach dem letzten Schleifvorgang legt er die Klingen in eine Zentrifuge und startet den Schleudervorgang, um die Feuchtigkeit abzuführen und um somit die Klingen zu trocknen. Der zweite von ihm durchzuführende Arbeitsschritt ist das Entgraten dieser Klingen an einem Schleifbock und das Lackieren der fertigen Klingen mit Klarlack wieder mittels einer Zentrifuge. Die Tätigkeit des Produktionshelfers ist mit einem hohen manuellen Aufwand (in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit und Qualität), mit ungünstigen Arbeitsbedingungen und hohen körperlichen Belastungen verbunden. Zum einen muss er sich sehr häufig bücken, um die Teile aufzunehmen und abzulegen, zum anderen ist seine Arbeitshaltung beim Bürsten sehr ungünstig, d.h. er sitzt über einem längeren Zeitraum mit sehr stark angewinkelten Knien und mit nach vorne gebeugtem Oberkörper vor der Bearbeitungsbürste. Außerdem muss er auch bei relativ kleinen Einzelgewichten erhebliche Mengen Material pro Tag bewegen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Der Arbeitgeber beabsichtigt ein neues Bearbeitungszentrum für die Arbeitsgänge Schleifen, Trocknen und Bürsten einzusetzen. An dem Bearbeitungszentrum könnte auch der Produktionshelfer weiter wirtschaftlich und unter geringen körperlichen Belastungen beschäftigt werden. Am Bearbeitungszentrum soll der Produktionshelfer die vorbereiteten Klingen in Magazine einlegen und den automatischen Bearbeitungsvorgang per Schalter bzw. Knopfdruck starten. Nach der Bearbeitung soll der Produktionshelfer die Klingen nur noch in Behälter legen. Beim Einlegen der Klingen in die Magazine und Legen in die Behälter trägt der Mitarbeiter Schnittfeste Handschuhe. Die Behälter stehen während der Einsortierung auf einem Scherenhubwagen, der eine ergonomische Positionierung und den Abtransport zum Lackieren ermöglicht.

Arbeitsumgebung:

Der Mann hat keinen Führerschein und wohnt bei seinen Eltern. Zur Arbeit wird er von seinen Kollegen mitgenommen und anschließend wieder zurückgebracht.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung:

Das Integrationsamt gewährte dem Arbeitgeber einen Zuschuss von 20%, um den Arbeitsplatz des schwerbehinderten Mitarbeiters zu sichern. Eine Kündigung konnte so vermieden werden.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.- Nummer der Integrationsämter.



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Referenznummer:

R/PB3042



Informationsstand: 12.07.2010