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Angaben zum Praxisbeispiel

Berufliche Eingliederung eines Mannes mit einer geistigen Behinderung als Hilfskraft in einer Dachdeckerei

Arbeitgeber:

Der Dachdeckerbetrieb führt Außenarbeiten an Dachstühlen durch und fertigt Holzfassaden sowie -konstruktionen. Neben einem behinderten Mitarbeiter beschäftigt der Inhaber bzw. Meister noch einen Gesellen.

Kommentar des Arbeitgebers zur beruflichen Integration des Mitarbeiters:

Für verantwortungsvolle oder komplexe Aufgaben, wie zum Beispiel den Umgang mit mindergefährlichen Betriebsmitteln oder das Arbeiten an Maschinen, die ein gewisses Maß an Planung voraussetzen, kann der behinderte Mitarbeiter nicht eingesetzt werden. Nach Meinung des Arbeitgebers überfordern diese Arbeiten die geistigen Fähigkeiten des Mitarbeiters. Fast alle Tätigkeiten werden im Team ausgeführt. Die Zuarbeit des Mitarbeiters verschafft dem Arbeitgeber und seinem Gesellen mehr zeitlichen Spielraum für anspruchsvollere Arbeiten. Aus betrieblicher Sicht wird der Mitarbeiter im Rahmen seiner Fähigkeiten als eingegliedert angesehen. Er erfüllt die an ihn gestellten Aufgaben als Hilfskraft zur Zufriedenheit seines Arbeitgebers. Sich wiederholende Tätigkeiten sind im Team mittlerweile so abgestimmt, dass sie ohne weitere erforderliche Einweisung selbstständig ausgeführt werden - was Zeit spart.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine geistige Behinderung. Er ist sehr introvertiert und ihm mangelt es an Selbstvertrauen. Behinderungsbedingt hat er Einschränkungen beim Lernen und Merken und ist nicht fähig komplexe Sachverhalte zu erfassen und entsprechend selbständig zu handeln.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann absolvierte eine Ausbildung zum Metallbearbeiter in einem Berufsbildungswerk (BBW). Die im Rahmen seiner Ausbildung erworbenen Fachkenntnisse kann er beim jetzigen Arbeitgeber nicht nutzen. Er wird deshalb als Hilfskraft für Nischentätigkeiten bzw. einfache Zuarbeiten eingesetzt - dazu wurde er vorher entsprechend eingearbeitet.
In REHADAT finden Sie auch Einrichtungen, die behinderte Menschen ausbilden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mann arbeitet im Team mit dem Gesellen und dem Meister zusammen. In der Halle des Betriebes werden die Elemente der Holzfachwerke hergestellt, die später vor Ort montiert werden. Der Mitarbeiter unterstützt dabei den Herstellungsprozess durch Hilfs- bzw. Nischenarbeiten und arbeitet dem Meister und Gesellen zu. Die Fertigung eines Fachwerkes nimmt einen halben Arbeitstag in Anspruch und ist mit einer starken Beanspruchung des Stütz- und Bewegungsapparates verbunden. Bei Dachdeckerarbeiten und Aufbauten vor Ort transportiert er überwiegend Material (wie z. B.: Dachpappe, Isoliermaterial, Balken, Ziegel, Werkzeug und Gerüstelemente) und reicht Werkzeug bzw. Arbeitsgegenstände an.

Förderung:

Die Arbeitgeber erhielt von der Arbeitsagentur eine Eingliederungshilfe als Lohnkostenzuschuss.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen.



Schlagworte und weitere Informationen

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Referenznummer:

R/PB1873



Informationsstand: 12.10.2012