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Angaben zum Praxisbeispiel

Von der Werkstatt für behinderte Menschen zur Festanstellung bei einer Bäckerei für eine Frau mit einer geistigen Behinderung

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Bäckerei und beabsichtigt eine Mitarbeiterin aus einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) neu einzustellen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der und Literatur über Werkstätten für behinderte Menschen.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine geistige Behinderung. Aufgrund der Schwerbehinderung ist ihr Auffassungsvermögen bzw. ihre Fähigkeit komplexe Themen sowie Inhalte zu erlernen und sich diese zu merken ist eingeschränkt.

Übergang Werkstatt für behinderte Menschen - allgemeiner Arbeitsmarkt:

Die Frau war einige Jahre in einer WfbM beschäftigt. In dieser Zeit wurde sie für die Ausübung von Küchen- und Reinigungsarbeiten qualifiziert. Bedingt durch die guten Arbeitsleistungen und dem Wunsch der Frau außerhalb der WfbM in einem Betrieb zu arbeiten, nahm die WfbM bzw. deren Fachdienst Kontakt zu einer Bäckerei in der Nähe auf. Nach Rücksprache mit dem Betriebsinhaber absolvierte die Frau zunächst ein Praktikum in der Backstube als Backhelferin. Sie wurde schrittweise in die überwiegenden Hilfsarbeiten, wie:
- das Fetten der Kastenformen und die Sikken mit Papier auslegen,
- das Aufsetzen der Brötchen auf das Backblech,
- das Abnehmen der Brötchen vom Backblech und
- das Ausführen von Reinigungsarbeiten (erfolgen noch mit einfachen Geräten, wie Besen, Schaufel, Aufnehmer und Wassereimer)
eingearbeitet.
Begleitet und unterstützt wurde die Bäckerei bzw. die geistig behinderte Frau dabei durch den Fachdienst der WfbM.

Die Backstube ist mit einem Meister und zwei Gesellen besetzt. In der Backstube wird ab 4.00 Uhr gearbeitet. Die am Vortag gegen Ende der Arbeitszeit mit Brötchenteig beschickten Backöfen werden schon im Vorlauf nachts geschaltet, so dass beim Eintreffen der Fachkräfte die ersten Brötchen aus den Backöfen entnommen und anschließend andere Teigwaren in den Öfen gebacken werden können. Die geistig behinderte Mitarbeiterin arbeitet von 6.00 Uhr bis 14.30 Uhr. Sie erreicht ihren Arbeitsplatz mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und hat keine Möglichkeit früher zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen. Durch die versetzte Arbeitszeit ist sie ab Mittag zeitweise allein in der Backstube. Nach dem Praktikum war der Betriebsinhaber bereit die Backhelferin fest einzustellen, wenn sie wirtschaftlicher eingesetzt werden kann. Zu diesem Zweck wurden eine neue Brötchenbackanlage und Reinigungsmaschinen angeschafft. Mit der neuen Brötchenbackanlage können die Brötchen schon am Tag vorher vorbereitet, nachts über die automatische Schaltuhr von der Anlage gebacken und am nächsten Morgen ab 6.00 Uhr fertig sowie noch warm entnommen werden. Die anderen Backöfen werden somit nicht mehr für das Backen der Brötchen benötigt. An der Brötchenanlage wird die Backhelferin gemeinsam mit einem Gesellen, dessen Arbeitszeit auch ab 6.00 Uhr beginnt, eingesetzt. Der Geselle, der die Anlage bedient, erteilt der Backhelferin die nötigen Anweisungen für die unterstützenden Hilfstätigkeiten, z. B. das Einschieben der Backbleche mit den Brötchen in die Backwagen. Die einzuschiebenden Backbleche mit Brötchen haben dabei ein Gewicht von 4 kg und können ohne Schwierigkeiten von der Backhelferin gehandhabt werden.
Zur leichteren Fußbodenreinigung wird die Backhelferin in Zukunft für die tägliche Reinigung einen Trockensauger und für die wöchentliche feuchte Reinigung einen Nasssauger benutzen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung:

Die Brötchenbackanlage und die Reinigungsmaschinen wurden zu 50 % vom Integrationsamt gefördert. Der Arbeitgeber erhielt außerdem von der Arbeitsagentur einen Lohnkostenzuschuss über drei Jahre als Eingliederungshilfe.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und der Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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Referenznummer:

R/PB1250



Informationsstand: 15.05.2012