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Angaben zum Praxisbeispiel

Von der Werkstatt für behinderte Menschen zur Festanstellung als Lagermitarbeiter für einen Mann mit einer geistigen Behinderung

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie. Er beabsichtigt einen Mitarbeiter aus einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) neu einzustellen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der und Literatur über Werkstätten für behinderte Menschen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine geistige Behinderung und ist schwerbehindert. Sein Auffassungsvermögen bzw. seine Fähigkeit komplexe Themen sowie Inhalte zu erlernen und sich diese zu merken ist eingeschränkt.

Übergang Schule - Werkstatt für behinderte Menschen - Beruf:

Der Mann verließ als Jugendlicher die Förderschule für geistig behinderte Menschen ohne Schulabschluss und mit der Beurteilung, dass er durchaus eine Tätigkeit in einer WfbM ausüben könnte. Seine Eltern gingen mit ihm im Anschluss zu einem Reha-Berater der Arbeitsagentur, um sich dort über eventuelle Alternativen zu informieren. Auch der Reha-Berater unterstütze die Aussage bzw. bestätigte die Beurteilung der Förderschule und empfahl eine Beschäftigung in einer wohnortnahen WfbM.
Zu Beginn nahm der Jugendliche drei Monate am Eingangsverfahren in der WfbM teil. Im Eingangsverfahren erfolgte die Feststellung der Neigungen, Leistungsfähigkeit, Eignung sowie Fertigkeiten des Jugendlichen. Auf dieser Basis wurde dann ein entsprechender Eingliederungsplan erstellt. Anschließend wurden im Berufsbildungsbereich zwei Jahre lang seine Fähigkeiten und Fertigkeiten geschult, um später eine Tätigkeit im Arbeitsbereich der WfbM aufnehmen zu können. Nach einigen Jahren im Arbeitsbereich sollte das Aufgabengebiet, auf Wunsch des Mitarbeiters, um den Materialtransport mittels Gabelstapler erweitert werden, um später eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt aufnehmen zu können. Der verantwortliche Gruppenleiter im Arbeitsbereich und der eingeschaltete Integrationsfachdienst hielten dieses Anliegen für möglich. Nach einer arbeitsmedizinischen Grundsatzuntersuchung des Mitarbeiters durch den Betriebsarzt konnte eine Ausbildung zum Fahren von Flurförderzeugen bzw. eines Gabelstaplers erfolgen. Die theoretische und praktische Ausbildung sowie Prüfung erfolgte in der WfbM durch einen externen Dienstleister bzw. Ausbilder. Nach der bestanden Prüfung bzw. dem Erhalt des Gabelstaplerführerscheins (Befähigungsnachweis zum Führen von Flurförderzeugen) sammelte der Mitarbeiter zunächst in der WfbM einige Monate Praxis im Materialtransport mittels Gabelstapler. Danach erfolgte dann mit Hilfe des Integrationsfachdienstes die Erstellung der Bewerbungsunterlagen, ein Bewerbungstraining und die Vermittlung an einen Zulieferer am Wohnort als Gabelstaplerfahrer und Lagerarbeiter. In einem Praktikum über drei Monate konnte der Mann mit Unterstützung des Integrationsfachdienstes eingearbeitet werden und den Arbeitgeber überzeugen. In der Zeit des Praktikums war der Gabelstaplerfahrer vom Status immer noch ein Beschäftigter der WfbM. Nach dem Ende des Praktikums wurde der Gabelstaplerfahrer fest vom Zulieferer eingestellt.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern von Dienstleistern, die behinderte Menschen zum Gabelstaplerfahrer ausbilden und die entsprechenden Prüfungen durchführen.

Förderung:

Die Kosten für die Ausbildung zum Gabelstaplerfahrer bzw. zum Erhalt des Befähigungsnachweises zum Führen von Flurförderzeugen wurden von der WfbM getragen. Der Arbeitgeber erhielt außerdem vom Integrationsamt eine Einstellungsprämie und einen Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe für die Beschäftigung eines ehemaligen Mitarbeiters einer WfbM. Die Gewährung der Einstellungsprämie und des Lohnkostenzuschusses wurden dabei durch spezielle Sonderförderprogramme ermöglicht.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter und der Integrationsfachdienste.



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REHADAT-talentplus zum Thema Sonderförderprogramme



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Referenznummer:

R/PB0620



Informationsstand: 05.04.2012