Inhalt

in Praxisbeispielen blättern

  • Beispiel

Angaben zum Praxisbeispiel

Der Weg zur Beschäftigung in einer Kantine für eine Frau mit Down-Syndrom

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Kantine einer Filiale einer Möbelkette, in der eine Frau mit einer Schwerbehinderung eingestellt wurde. Zur Einstellung kam es über einen Integrationsfachdienst, zu dessen Aufgaben u. a. die Vermittlung und Qualifizierung von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gehören. Ohne die Unterstützung durch den Integrationsfachdienst wäre eine Einstellung nicht möglich gewesen, da die Kantine nicht das Personal und die Zeit gehabt hätte die Frau individueller und länger als üblich einzuarbeiten und für die erforderlichen Tätigkeiten anzulernen.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat das Down-Syndrom und ist geistig behindert. Aufgrund ihrer Behinderung hat sie Einschränkungen beim Lesen, Schreiben, Lernen und Merken. Außerdem benötigt sie Unterstützung bei geistig anspruchsvolleren Tätigkeiten.

Übergang Schule - Beruf:

Die Frau besuchte eine integrative Gesamtschule und absolvierte anschließend eine spezielle dreijährige Berufsvorbereitung mit Teilqualifizierung (BV-TQ) für behinderte Menschen an einer berufsbildenden Schule - zu der auch ein Praktikum in einem Café gehörte. Nach der Berufsvorbereitung war sie zunächst arbeitslos und erfuhr über die Arbeitsagentur vom Integrationsfachdienst zur Qualifizierung und Vermittlung von Menschen mit Behinderung, der sie wieder zum Praktikum an das Café vermittelt konnte. Durch die intensive Unterstützung eines Job-Coaches des Integrationsfachdienstes erhielt die Frau nach einem halben Jahr einen Arbeitsvertrag. Nach eineinhalb Jahren wurde das Café geschlossen. Danach vermittelte der Integrationsfachdienst die Frau als Praktikantin in ein Hotel. Im Rahmen des Praktikums stellte sich dort jedoch heraus, dass sie nicht alle Tätigkeiten als Servicekraft ausführen konnte. Der Integrationsfachdienst vermittelt sie deshalb weiter als Praktikantin bzw. Kantinenhilfe an ihren jetzigen Arbeitgeber. Zu Beginn musste sie viel Neues lernen. Schritt für Schritt wurde sie deshalb an die Aufgaben vom Job-Coach im Rahmen eines Job-Coachings bzw. Betrieblichen Arbeitstrainings zur Qualifizierung und Einarbeitung direkt am Arbeitsplatz herangeführt. Dabei wurden die erforderlichen Arbeitsgänge strukturiert, schrittweise und intensiv bzw. oft trainiert, so dass ein passgenauer Einsatz für die Tätigkeit als Kantinenhilfe beim Arbeitgeber möglich wurde. Neben den Vorgaben durch die Arbeitsanforderungen bzw. den Arbeitgeber wurden auch die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Frau berücksichtigt.
Durch ihre positive Arbeitseinstellung (Motivation und Zuverlässigkeit) und die Qualität ihrer Arbeit, konnte die Frau den Arbeitgeber überzeugen, sie nach dem Praktikum fest als Teilzeitkraft für die Kantine anzustellen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Frau arbeitet in der Mitarbeiterkantine im Servicebereich und ist u. a. für die Reinigung der Tische, die Bereitstellung sowie Auffüllung der Getränkebar und Servicebehälter zuständig.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Mit der Frau wurde vom Integrationsfachdienst auch ein Mobilitäts- bzw. Fahrtraining durchgeführt, damit sie ihren Arbeitsweg selbständig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann.

Förderung und Mitwirkung:

Die Arbeitsagentur zahlte dem Arbeitgeber einen Lohnkostenzuschuss über einen Zeitraum von drei Jahren als Eingliederungshilfe. Die Arbeitsagentur förderte außerdem die Unterstützung durch den Integrationsfachdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und die Kontaktdaten zu Integrationsfachdiensten.



Schlagworte und weitere Informationen

  • Arbeitgeber /
  • Arbeitnehmer /
  • Arbeitsagentur /
  • Arbeitslosigkeit /
  • Arbeitsorganisation /
  • Arbeitstraining /
  • Arbeitszeit /
  • Auffassung /
  • berufliche Rehabilitation /
  • Berufsvorbereitung /
  • Betreuung /
  • Betriebliches Arbeitstraining /
  • Bildungsportal /
  • Coaching /
  • Down-Syndrom /
  • Einarbeitung /
  • Eingliederungszuschuss /
  • Erwerbstätigkeit /
  • Fahrtraining /
  • Gastgewerbe /
  • Gastronomie /
  • geistige Arbeit /
  • geistige Behinderung /
  • Hilfskraft /
  • Integrationsfachdienst /
  • Kantine /
  • Küche /
  • Lernen /
  • Lesen /
  • Lohnkostenzuschuss /
  • Merken /
  • Mobilität /
  • Mobilitätstraining /
  • Neueinstellung /
  • öffentlicher Personennahverkehr /
  • Organisation /
  • Portal Gute Praxis / Ausbildung und Qualifizierung /
  • Portal Gute Praxis / Praktikum und Probebeschäftigung /
  • Praktikum /
  • Qualifizierung /
  • Rechnen /
  • Schreiben /
  • Selbständigkeit /
  • Talentplus /
  • Teilhabe /
  • Teilhabe am Arbeitsleben /
  • Teilzeitarbeit /
  • Übergang Schule-Beruf /
  • Unterstützte Beschäftigung /
  • Verkehrsmittel benutzen

  • IMBA - Arbeitsplanung /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Auffassung /
  • IMBA - Lernen/Merken /
  • IMBA - Lesen /
  • IMBA - Problemlösen /
  • IMBA - Rechnen /
  • IMBA - Schreiben /
  • IMBA - Selbständigkeit /
  • IMBA - Umstellung /
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen) /
  • MELBA - Arbeitsplanung /
  • MELBA - Auffassung /
  • MELBA - Lernen/Merken /
  • MELBA - Lesen /
  • MELBA - Problemlösen /
  • MELBA - Rechnen /
  • MELBA - Schreiben /
  • MELBA - Selbständigkeit /
  • MELBA - Umstellung /
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)


Referenznummer:

Pb/110720



Informationsstand: 24.07.2015