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Angaben zum Praxisbeispiel

Silvias Imbiss-Oase - Imbiss-Betreiberin mit Down-Syndrom

Arbeitgeber:

Die Mutter der Frau ist die Inhaberin einer Imbiss-Stube. Die Imbiss-Stube wird von ihrer Tochter als Angestellte allein betrieben.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Frau:

Die Frau hat das Down-Syndrom und kann für den üblichen Lebensalltag ausreichend lesen, schreiben und rechnen. Behinderungsbedingt hat sie jedoch Schwierigkeiten beim Lernen und Verstehen neuer und komplexer Sachverhalte, für die sie daher mehr Zeit oder eine andere einfachere Form zur Erläuterung benötigt. Deshalb erhält sie für komplexere Tätigkeiten, wie die Tagesabrechnung und Steuererklärung, entsprechend Hilfe von ihrer Mutter.

Übergang Schule - Beruf:

Nach dem Besuch einer Waldorfschule nahm die Frau über die Arbeitsagentur an einer einjährigen Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) im kaufmännischen Bereich teil. Anschließend absolvierte sie ein Praktikum in einem Schulamt - konnte aber hinterher nicht eingestellt werden. Um anschließend weiterhin einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, arbeitete sie drei Jahre lang für eine Recycling-Firma. Diese stellte nach einiger Zeit die Produktion um und konnte keinen Arbeitsplatz mehr für die heutige Imbiss-Betreiberin bereitstellen. Nach einer kurzen Phase der Arbeitslosigkeit und erfolglosen Bewerbungen, fasste sie gemeinsam mit ihrer Mutter den Entschluss einen Waffelverkauf im eigenen Vorgarten zu eröffnen. Diese Idee entwickelte sich zu einem Schnellimbiss weiter, der von ihrer Mutter eröffnet wurde. Auch wenn sie formal bei ihrer Mutter angestellt ist, führt sie den täglichen Verkauf eigenständig durch und bestimmt über Veränderungen rund um den Imbiss. Als Verkaufsstandort bot sich das Grundstück der Familie an. So entstanden keine zusätzlichen Kosten durch die Anmietung von Räumlichkeiten und das Eigenkapital der Familie reichte aus, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu vollziehen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Imbiss-Bertreiberin kauft gemeinsam mit ihrer Mutter einmal in der Woche Getränke und Zutaten für ihre Speisen ein. Sie bereitet an jedem Verkaufstag den Waffelteig vor und belegt Sandwiches für den Verkauf, welcher täglich mittags für vier Stunden und nachmittags für zwei Stunden geöffnet ist. Zu ihrem Angebot gehören außerdem Hot Dogs, Würstchen, Suppe, Pizza und kalte sowie warme Getränke, die sie ebenfalls eigenständig zubereitet und verkauft. Behinderungsbedingt nehmen Tätigkeiten, die besonderer Sorgfalt bedürfen mehr Zeit in Anspruch. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um das Auffüllen von Waffelteig oder Ausgeben von Wechselgeld. Für die Abrechnung mit Kunden verwendet die Frau eine Registrierkasse.

Arbeitsorganisation:

Durch die 'Selbstständigkeit' kann die Imbiss-Betreiberin sich und den Imbiss frei und nach ihren eigenen Vorstellungen organisieren. Sie hat einen geregelten Tagesablauf und kann eine berufliche Tätigkeit ausüben, die ihr Freude bereitet. Lediglich bei der Warenbeschaffung und Endabrechnung ist sie auf Hilfe angewiesen.

Kommentar der Imbiss-Bertreiberin:

Der Weg zu Ausbildung und Beruf war oft sehr beschwerlich. Da sie sich selbst nicht als behindert fühle, sei eine Werkstatt für behinderte Menschen für sie keine Option gewesen. Trotz vieler Bemühungen und Bewerbungen könnte sie nicht ihrem Wunsch nachgehen und im kaufmännischen Bereich in einem Büro tätig werden. Nun habe sie in der 'Selbstständigkeit' eine Tätigkeit gefunden, die sie sehr glücklich mache. Mit dem Imbiss verfolge sie keine Gewinnabsicht. Es gehe ihr eher um den geregelten Tagesablauf, einen Job und die 'Selbstständigkeit'. Durch den Kontakt mit Menschen hätte sie außerdem ihr schüchternes Verhalten abgelegt und ihre sozialen Kompetenzen trainiert.

Förderung und Mitwirkung:

Das Reha-Team der Arbeitsagentur vermittelte die Frau, nach dem Verlassen der Schule, zu einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB). Die Kosten der BvB wurden von der Arbeitsagentur getragen. Diese zahlte der Frau außerdem, nach Beantragung und Bewilligung während der Ausbildung, eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB).
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Arbeitsagenturen.



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Referenznummer:

PB/110982



Informationsstand: 09.01.2018